Eigener Brunnen zur Wasserversorgung
Ein eigener Brunnen zur Wasserversorgung kann als Alternative zur Regenwassernutzung gebaut werden. In einigen ländlichen Regionen und in Ferienhäusern wird der eigene Brunnen ganz selbstverständlich genutzt. Wer sich mit diesem Gedanken trägt, muss einige grundlegende Dinge beachten.
Genehmigung für den Brunnen
Jede Bohrung auf Grundwasser ist anzeigenpflichtig, die Erlaubnis erteilt die Untere Wasserbehörde Ihrer Gemeinde. Sie informiert auch, in welcher Tiefe Sie das Grundwasser finden werden und wie es beschaffen ist. Wenn ein eigener Brunnen zur Wasserversorgung auch für Trinkwasser gebohrt wird, müssen Hygiene und Wasserqualität bestimmten Standards entsprechen. Das Gesundheitsamt prüft das Wasser, Sie können auch ein privates Institut beauftragen. Die Überprüfung findet im Betrieb einmal jährlich statt. Genehmigungen für einen Brauchwasserbrunnen sind leichter zu bekommen, Sie können das Wasser für den Garten, die Toilette oder die Waschmaschine verwenden. Die Installationen im Haus müssen dann von Ihrer Trinkwasserversorgung getrennt werden, um Verunreinigungen zu verhindern.
In welcher Tiefe steht das Grundwasser?
Handelsübliche Pumpen aus dem Baumarkt fördern bis 1 Bar Druck, was einer Fördertiefe von 10 m Wassersäule entspricht. Wenn Sie in 12 oder 13 m Grundwasser finden, funktioniert die Pumpe immer noch, es wird allerdings nach der Winterpause schwierig, den ersten Ansaugvorgang einzurichten, und Sie haben häufig nur einen schwachen Wasserstrahl, der bestenfalls noch für die Gartenbewässerung ausreichend ist. Der Grundwasserspiegel kann um etwa einen Meter schwanken. Sollte Ihr Grundwasser wirklich an der Grenze zwischen etwa 9 – 12 m gefunden werden, können Sie die Pumpe auch in einem Schacht um etwa 2 m tiefer legen. Ansonsten benötigen Sie eine Spezialpumpe, hier hilft ein örtlicher Brunnenbauer. Das Grundwasser bildet sich in bergigen Regionen anders als im Flachland. Hier bildet sich ein See mit relativ gleichmäßigem Niveau, abhängig nur von Regenfällen. Im Bergland läuft das Grundwasser grundsätzlich in Richtung des tiefsten Punktes.
Brunnen- und Pumpenarten
Man unterscheidet Schachtbrunnen, die im Schacht gemauert werden, der Durchmesser kann bis 1,5 m betragen. Sie sind bis etwa 8 m Tiefe wirtschaftlich. Bohrbrunnen werden allein durch die Bohrung für ein Rohr hergestellt, dieses kann weitaus tiefer reichen. Wenn sich jedoch weit unter 10 m erst Grundwasser findet, muss eine Zwischenpumpe eingebaut werden. Bohrbrunnen können einen sehr kleinen Durchmesser von nur 10 cm haben, ausreichend für das Rohr. Dieser Brunnen kann als Ramm- oder Schlagbrunnen auch von Heimwerkern selbst in die Tiefe getrieben werden, ohne Maschinen ist das allerdings mühselig. Es spart jedoch enorme Kosten. Das System kann auch als Spülbrunnen ausgeführt werden, indem in ein vorgebohrtes Loch Wasser mit hohem Druck eingespült wird. Das funktioniert allerdings nur bei weichen Böden, bei Lehm ist abzuraten.
An Pumpen gibt es die bekannten Handschwengelpumpen, selbstansaugende Kreiselpumpen (bis etwa 10 m) und Unterwassermotorpumpen aus rostfreiem Stahl, die frostfrei direkt in das Grundwasser eingebaut werden. Sie sind sehr klein, die Geräusche sind nicht zu hören, und ein Brunnenbauer baut sie in etwa einem Tag ein. Diese Lösung ist nicht die preiswerteste, aber die eleganteste.
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